Mit EVA bekommt der Energie-Mais Mitstreiter

Das Kürzel "EVA" steht für "Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands" und ist eines der umfangreichsten Förderprojekte der FNR. Im Kern beinhaltet EVA Anbauversuche: In sechs typischen Anbauregionen Deutschlands werden verschiedene Energiepflanzen-Fruchtfolgen getestet. Die erste Rotation der Fruchtfolgen konnte 2008 abgeschlossen werden, mit einer Verlängerung des Projektes wird aktuell eine zweite Rotation des Projektes bis 2012 ermöglicht.

In den Fruchtfolgen enthalten sind Pflanzen, die man heute kaum mehr kultiviert wie Topinambur oder Ölrettich oder die erst langsam eine Verbreitung als Biogassubstrat in unseren Breiten finden,, wie Sudangras und Zuckerhirse. Denn das Ziel von EVA ist es, die Bioenergieversorgung der Zukunft auf nachhaltige Fruchtfolgen mit einem breiten Artenfundament zu stellen, schließlich kann sich, wer Energiepflanzen langfristig, großflächig und umweltverträglich nutzen will, nicht auf Monokulturen aus einigen wenigen Arten verlassen. Schon heute sind die fruchtfolgetechnischen Grenzen beim Mais- und Raps-Anbau in manchen Regionen erreicht.

Fünf Standardfruchtfolgen werden an jedem Standort angebaut, hinzu kommen je drei standortindividuelle Fruchtfolgen. Die jeweils geeigneteste der untersuchten Fruchtfolgen für die verschiedenen Regionen herauszufinden, ist das zentrale Ziel des Projekts. "Geeignet" heißt dabei aber eben nicht nur, einen möglichst hohen Nettoenergieertrag pro Flächeneinheit zu realisieren, sondern den Weg zum höchsten Energieertrag bei ökologischer Verträglichkeit und ökonomischer Tragbarkeit zu finden. Nur so kann der Energiepflanzenanbau auch langfristig nachhaltig sein.

Die Anbauversuche werden flankiert durch zahlreiche Nebenversuche; neben einer umfassenden ökologischen und ökonomischen Begleitforschung werden so Themen wie z.B. eine optimale Düngung mit Gärresten, Silierung, das so genannte Zweikultur- Nutzungssystem  behandelt. Am Ende sollen konkrete Ergebnisse stehen, die die Praxis möglichst schnell erreichen:

Bei der TLL liegt die Gesamtkoordination des Projektes, die Anbauversuche werden jeweils von den Landesforschungsanstalten in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen durchgeführt. Die Standorte repräsentieren typische deutsche Anbauregionen mit charakteristischen Klima- und Bodenverhältnissen. Die in den neuen Bundesländern weit verbreitete "Roggen-Kartoffel-Region" mit vergleichsweise ertragsschwachen Sandböden ist mit zwei Standorten vertreten.

 

Struktur-Diagramm: Hier finden Sie eine Übersicht der Projekt-Partner und des Projektaufbaus

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