EVA forschte nach Mitstreitern für den Energiemais

Das Kürzel „EVA“ steht für „Entwicklung und Vergleich von optimierten Anbausystemen für die landwirtschaftliche Produktion von Energiepflanzen unter den verschiedenen Standortbedingungen Deutschlands“. Es war eines der umfangreichsten Förderprojekte der FNR und wurde 2009 abgeschlossen.

In sechs typischen Regionen Deutschlands wurden einheitliche Fruchtfolgeversuche für verschiedene Energiepflanzen getestet. Die Regionen repräsentierten die wesentlichen Ackerbauregionen Deutschlands und ermöglichten erstmals in einem bundesweiten und interdisziplinären Projektansatz den Vergleich des Energiepflanzenanbaus bei stark variierenden Klima- und Bodenbedingungen.
Daraus ergaben sich wichtige Fakten und Erkenntnisse für Praktiker, die Landwirtschaft ökologisch verträglich und dennoch nicht weniger gewinnbringend betreiben möchten.

Wie erwartet war die Bedeutung von Mais als ertragsstärkste und ökonomisch vorteilhafteste Kultur besonders groß. Dennoch erwiesen sich auch andere Kulturarten als interessante Ergänzungen, mit denen die Vielfalt in Anbausystemen bei gleichzeitig hohem Ertragsniveau gesteigert und Anbaurisiken gesenkt werden können.

Sorghumarten gehören zum Beispiel dazu.  Sie wiesen besonders an trocken-warmen Standorten gute Ergebnisse auf, wobei noch erhebliche Potenziale für eine züchterische Verbesserung des Sortenmaterials festgestellt wurden. Perspektivisch können sich die gegenüber Sommertrockenheit sehr toleranten Sorghumarten so zu wertvollen Maisalternativen entwickeln. Nicht zuletzt reduzieren die geringeren Reihenweiten beim Anbau von Sorghum deutlich die Erosionsrisiken.

Auch Wintergetreidearten konnten erfolgreich in die Fruchtfolgesysteme eingebunden werden und zeigten insbesondere auf den besseren Standorten Ostdeutschlands hohe Erträge bei vergleichsweise geringen Kosten.

Ebenfalls als Biogassubstrat ökonomisch und ökologisch interessant stellten sich standortangepasste Ackerfuttermischungen dar.

Bei dem als Anbausystem getesteten Zweikultur-Nutzungssystem stehen den höheren Erträgen zunächst höhere Kosten gegenüber, die sich nur bei eindeutiger Steigerung der Flächenleistung rentieren.

Keineswegs vernachlässigen sollten Landwirte aber die pflanzenbaulichen und ökologischen Vorteile, die abwechslungsreiche Anbausysteme von Energiepflanzen bieten und die letztlich eine Verbesserung der Ertragssicherheit bewirken. Es gibt durchaus vielfältigste Ansätze, die besonders ertragsstarken Kulturen wie Mais in nachhaltige Fruchtfolgesysteme zu integrieren.

In der Broschüre „Standortangepasste Anbausysteme für Energiepflanzen“ werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis gegeben, die mit wissenschaftlichen Ergebnissen untersetzt sind und die auf die wesentlichen zu beachtenden Bereiche bei der Erzeugung von Biogassubstraten eingehen. Zu nennen sind u. a. die Rückführung von Gärresten als Voraussetzung für eine ausreichende Humusreproduktion, der Wasserbedarf verschiedener Kulturen, die Fruchtfolgegestaltung bis hin zum Mischfruchtanbau, erosionsmindernde Maßnahmen und die Wirkungen auf die Biodiversität.

Die bisherigen Versuchsergebnisse bestätigen die Bedeutung der Fruchtfolgegestaltung ganz besonders im Hinblick auf die Biodiversität. So fördern unterschiedliche Anbauzeiträume und Vegetationsstrukturen das Vorkommen einer Vielzahl wildlebender Tier- und Pflanzenarten. Hierzu trägt auch der Energiemais bei, sofern bestimmte Anbaukonzentrationen in der Agrarlandschaft nicht überschritten werden.

Im direkten Anschluss an EVA I startete das Vorhaben EVA II, das mit 14 Institutionen deutschlandweit die Ergebnisse aus EVA I überprüfen und ggf. absichern wird. Dieses Vorhaben endet 2012.

Die Gesamtkoordination des Projektes EVA I lag bei der TLL. Die Anbauversuche wurden jeweils von den Landesforschungsanstalten in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen durchgeführt.

 

  • Kampagne "Deutschland hat unendlich viel Energie"
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